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Geschichte der Einrichtung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Auf dem Wittenberger Kirchentag 1848 erklärte die evangelische Kirche die volle Entfaltung der inneren Mission zum Leitmotiv als Antwort auf die sozialen Mißstände die der aufkommende Frühkapitalismus mit sich brachte. "Unser evangelisches Volk bedarf es zu seiner Rettung der vollen Entfaltung der inneren Mission. Im Prinzip der evangelischen Kirche liegt seit Anfang die Liebe zu den Elenden und Verlorenen, sie muß jetzt zur Macht unserer Kirche werden" 1848 wurde die Innere Mission gegründet - Diakonissenhäuser und Diakonenbruderschaften entstanden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Auch im Schleusinger Gebiet waren die sozialen Notstände unbeschreiblich groß Und so wurde in Schleusingen im August 1885 die "Kinderbewahranstalt Lutherhaus" eingeweiht; "als reines Liebeswerk für die arbeitende Klasse" - so hieß es in einem Spendenaufruf. Und es war nicht zufällig, daß das Anliegen der Betreuung und Pflege der Alten und Kranken sich immer dringender einer Lösung aufdrängte. Der schon am 10. Juli 1884 gefaßte Beschluß namhafter Vertreter kirchlicher Gremien, die in der Ephorie Schleusingen ermittelten ca. 70 unzureichend versorgten Alten und Kranken in einem Siechenhaus unterzubringen, konnte aus finanziellen Gründen nicht sofort in die Tat umgesetzt werden. Aber es wurde dem "dringenden Bedürfnis der Errichtung einer Gemeindepflege" entsprochen, diese trat am 1. September 1886 "mit einer Hallenser Diakonisse als Unternehmen der Inneren Mission in Leben". | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Ein Zeitungsausschnitt des Gründerkommitees von 1891 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Aber gerade diese Diakonisse war es dann, die den letzten Anstoß zur Errichtung eines Siechenhauses gab, "die Hilflosesten unter ihren Pfleglingen" in einem Haus zu sammeln, um ihnen beständige und ausreichende Pflege zuteil werden zu lassen, die bei einzelnen Besuchen nicht geleistet werden konnte. Und so wurde schließlich unter finanzieller Beteiligung verschiedenster Stellen der Vogelshof für 14500 Mark angekauft und am 1. Juli 1891 als Siechenhaus eingeweiht, wobei jedoch die obere Etage - bis zum Abschluß des Neubaues des städtischen Krankenhauses, das war bis zum 21. November 1894 - als Krankenstation genutzt wurde. Beide Etagen, die für die Siechen und die für die Kranken, wurden von der einen Diakonisse betreut! Mit 3 Heimbewohnern - Schleusinger Bürger - wurde begonnen, bis 1899 waren es bereits 66 Männer und Frauen, die Aufnahme gefunden hatten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Den Namen "WilhelmAugusta-Stift" trägt die Einrichtung seit dem 6. Juli 1901, gemäß einer persönlichen Order "Seiner Majestät." Bis zum 1. Weltkrieg hatten etwa 215 Männer und Frauen im "Vogelshof'` Unterkunft und Betreuung erfahren. Um aber der immer größer werdenden Nachfrage Rechnung zu tragen, wurde der Neubau des Männerhauses in der Vogelshofstraße getätigt. Er wurde zwar am 16. B. 1914 eingeweiht, aber vom I . Oktober des gleichen Jahres als Lazarett vom Roten Kreuz in Anspruch genommen, und konnte erst am 1. Februar 1919 dem Wilhelm-Augusta-Stift zurückgegeben werden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Pilgerruhe (Männerhaus) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Im Jahre 1925 konnte das Haus Vogelshofstraße 16 angekauft werden, im gleichen Jahr das Haus Vogelshofstraße 18 - jetzt Haus 4 -, eine Erweiterung des Geländes geschah durch den Ankauf der angrenzenden Gärten der Familien Amberg und Syree im Jahr 1933. Da das Diakonissen-Mutterhaus in Halle das Wilhelm-Augusta-Stift mit einer ausreichenden Zahl von Schwestern beschickte, konnte der Dienst in den Jahrzehnten ungehindert ausgeübt werden. Bei der Aufnahme beschränkte man sich jedoch nach Möglichkeit auf noch einigermaßen rüstige Männer und Frauen, für die Aufnahme von Pflegefällen fehlten zunächst die äußeren Voraussetzungen zur Betreuung solcher Heimbewohner. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Große Anforderungen wurden an die Schwestern und die Mitarbeiterschaft während der Kriegs- und Nachkriegsjahre 1939 und danach gestellt. Von den in den Jahren 1944 bis 1946 rund 200 Aufgenommenen stammten nur 27 aus unserer Umgebung, alle anderen kamen als Ausgebombte aus dem Rheinland oder als Flüchtlinge aus dem Osten. Die Häuser waren überbelegt, selbst auf den Fluren hatte man Lagerstätten eingerichtet, um all denen, die auf der Landstraße als Erschöpfte liegenblieben, eine Unterkunft zu bieten |
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| Das "alte" Wilhelm-Augusta-Stift (um1990) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Es sollte aber nicht vergessen werden, daß gerade in diesen Jahren von den Diakonissen und Mitarbeitern fast Übermenschliches geleistet worden ist. Dann kamen die Jahrzehnte des Sozialismus, die wir ja noch in Erinnerung haben. Unser Dienst wurde darum geduldet und auch finanziell vom Staat unterstützt, weil der Staat selbst nicht in der Lage war, mit seinen Einrichtungen ihn zu tun. Nach 19,45 wanderten ja rund 2 Millionen deutsche Menschen, zumeist Angehörige der jüngeren Generation, nach Westen aus, zurück blieben die pflegebedürftigen Alten. Und so waren wir als kirchliche Einrichtung gefordert, uns dieser pflegebedürftigen Alten anzunehmen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Durch den Neubau eines Ersatzgebäudes in der Lutherhausstraße 2 in Schleusingen wurde das Gebäude Vogelshofstraße 14 frei, das bisher als Altenpflegeheim für Männer gedient hat. Die Einrichtung eines Wohn - und Pflegeheimes für altgewordene geistig behinderte Menschen im Wilhelm-Augusta-Stift erfolgte mit der Motivation, den schon vorhandenen altgewordenen Menschen mit einer geistigen Behinderung ein individuelleres Betreuungsangebot mit tagesstrukturierenden Maßnahmen zu bieten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Der Neubau des Wilhelm-Augusta-Stiftes Heute | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||